Schätze aus über 500 Jahren: Stadtbibliothek erinnert mit Ausstellung an die Nürnberger Religionsgespräche
Klöster – Das Google des Mittelalters
Christine Sauer öffnet eine europäische Gemeinschaftsarbeit aus dem Jahr 1492. Den Kodex haben Drucker, Maler und Buchbinder aus Nürnberg und Sevilla erstellt. Dass heute jeder Interessierte auf diese Werke Zugriff hat, ist im 16 Jh. noch undenkbar. Bibliotheken gibt es fast nur in Klöster. Zugang haben nur Mönche. Die Bibliothek der Dominikaner zählt mit über 1000 Bänden zu den wichtigsten in der Noris.
Bildung für alle
Die Reformation bricht das Bildungsmonopol auf. Luther will Bildung allen Gläubigen zugänglich machen. Die Nürnberger Ratsherren folgen Luthers Willen. Nürnberg wird evangelisch – das Aus für die acht Orden in Nürnberg. Nach den Religionsgesprächen der Stadt legen die Ratsherren die Bibliotheken der Klöster zusammen. Es entsteht 1538 eine öffentliche Bibliothek auch für Laien: Bildung ist jetzt öffentlich zugänglich. Die öffentliche Bibliothek macht Wissenschaft ein Stück demokratischer. Jeder Gebildete kann jetzt forschen und die Bibliothek ist deren Suchmaschine. Die Neuzeit hält Einzug in die Noris. Nürnberg wird zu einem Zentrum der Wissenschaft.
Die Idee wirkt bis heute fort
Wie das Internet heute hat die öffentliche Bibliothek damals möglichst vielen Menschen Wissen zugänglich gemacht. Die Ausstellung „Aufgehoben!“ in der Stadtbibliothek erinnert mit Wiegendruck und Handschriften aus dem 1543 aufgelösten Dominikanerkloster an den Anfang dieser Zeitenwende.